Engelshaar

Kurzbeschreibung
Ein Aussiedlermädchen aus Kirgisien, ertränkt und mit viel Liebe rituell aufgebahrt, bringt die Frankfurter Polizeipsychologin Hannah an ihre Grenzen: Was weiß Jelenas Freundin, die nach dem Mord spurlos verschwunden ist? Was der verschwiegene Kolja? Es gibt zuwenig Anhaltspunkte für ein schlüssiges Täterprofil, und Hannah läuft allmählich die Zeit davon … Der dritte fesselnde Roman aus der Feder der deutschen Krimientdeckung Krystyna Kuhn.

Originalausgabe erschienen 2005
Piper Verlag 317 S.
ISBN: 978-3492270809

Taschenbuch 2. Aufl. erschienen 2008
Piper Verlag 317 S.
ISBN: 978-3492247368

> Hier eine Leseprobe

Das Gartentor quietschte. Es war bereits dunkel, doch die Hitze des Tages stand noch in der Luft. Marina war mit dem Fahrrad in der Betonwüste Frankfurts herumgefahren auf der Suche nach einem Ort der Zuflucht, an dem sie nachdenken konnte. Sie schob das Fahrrad durch das ungemähte Gras hinter die Regentonne. Aus der Tonne stank es verfault und modrig. Ihre Hand glitt über die Wasserfläche. Auch hier hatten unzählige Insekten sich eingenistet, ihr Leben eingerichtet, Kolonien gegründet. Marina stellte die Tasche auf der kleinen Veranda vor dem Gartenhaus ab, setzte sich auf den alten Stuhl mit der Bespannung aus Kunststoff. So blieb sie sitzen. Auf dem Fensterbrett der Hütte lag ein Stein. Sie hob ihn hoch und fand darunter einen Schlüssel. Sie horchte ins Dunkel hinaus. Nahm ihren Herzschlag wahr.
Die Klopfzeichen der Angst.
Bis jemand im Nachbargarten laut auflachte.
Stimmen setzten ein. Die Grillen begannen zu zirpen.
Unerträglicher Lärm. Der Moment, als die Tränen kamen.

Pressestimmen

Krimi-Couch, Sabine Reiss
Anhänger von Anne Holt oder Leena Lehtolainen könnten einen Ausflug nach Frankfurt wagen.

Titel – Kulturmagazin: Karin Scharschmied, 24. Januar 2005
Hervorragend recherchiert und sehr spannend ist Krystyna Kuhns Krimi Engelshaar um einen Mord unter Russlanddeutschen. Eine renitente Russen-Gang, eine fundamentalistische Glaubensgemeinschaft und private Probleme bringen die Frankfurter Polizeipsychologin Hannah Roosen an ihre Grenzen.